Traditionsunternehmen seit 1632

Eisenmuehlrad 1910

Die Muschhammer Mühle zu Wolfenhausen ist ein alt eingesessenes Familienunternehmen. Seit Anfang des 17. Jahrhunderts wird auf dem Anwesen in der 13. Generation Getreide zu Mehl gemahlen. Die im schönen Laubustal gelegene Mühle wurde anfangs mit Wasserkraft und Mühlrad betrieben.

Ein sogenanntes Wasserrecht bzw. Wasserentnahmerecht musste die Mühle natürlich auch besitzen. Dieses besitzt die „Olemill“ schon seit dem 17. Jh. und geht weit in die Zeit der Wied-Runkelschen Herrschaft zurück. „Bann und Zenth“ (auf neudeutsch Verkaufsgebiet und Pacht/Miete) waren zur damaligen Zeit für jede Mühle festgelegt.

So musste die Muschhammer Mühle im Jahre 1763 5 Malter und
4 Simmern Korn Wasserpacht an die Grafschaft Runkel entrichten.

Muehle 1943 OstansichtDie Mühle durfte nur in einem bestimmten Umkreis und auch nur bestimmte Haushalte und Bäckereien in Wolfenhausen, Haintchen, Münster und Langhecke mit Mehl beliefern.

Wiederum andere Mühlen, z.B. die Baumannsmühle zu Münster hatte ebenso ihren festgelegten Wirkungskreis. Damals floss in der Regel kein Geld in Form von Münzen, Gold, Silber oder sogar Scheinen. Es wurde getauscht und Ware gegen Ware gehandelt.

So brachte der Bauer das geerntete Getreide zur Mühle, dort wurde es gemahlen. Einen Teil behielt der Müller für sich als Lohn, dass sogenannte „Moldern“, den anderen Teil des Mahlguts nahm der Bauer wieder mit und brachte es dem Bäcker.

Muehle 1948Hier wurde es nach und nach verbacken und in ein Brotbuch eingetragen, solange bis der Vorrat aufgebraucht war. Darin enthalten war ein kleiner Backlohn für den Bäcker.

Zur heutigen Zeit wird die Mühle nur noch geringfügig mit Wasserkraft angetrieben. Die in den 1980er Jahren installierte Kleinwasserkraftanlage produziert über eine Turbine und einen Generator Strom.

Das zu jeder Mühle gehörende Mühlrad wurde 1932 ausgebaut, verschrottet und durch einen Mitteldruckmotor auf Schwerölbasis ersetzt.

Straße PferdefuhrwerkMit dieser Errungenschaft machte man sich von den schwankenden Wasserpegeln im Mühlgraben unabhängig und konnte eine kontinuierliche Produktion erreichen.

Nach zahlreichen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen ist die Mühle bis ins 21. Jahrhundert bestehen geblieben.